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Vorurteile gibt es viele. Auch gegenüber Lamas. Diese possierlichen Tiere sind immer häufiger anzutreffen. Die in den nächsten Ausgaben erscheinenden kleinen Beiträge sollen helfen, Vorurteile auszuräumen und das Wissen über die „Andenschafe“ zu festigen.

Erster Teil: Lama & Geschichte

Diesen Ausdruck hört man oft – aber wieso eigentlich blödes Kamel? Machen wir zuerst einen kleinen Ausflug zu der Kamelfamilie. Meist begegnet man diesen Tieren im Zoo. Dort kann man das Dromedar sehen, welches einen Höcker hat. Das Tier mit den zwei Höckern nennt sich Trampeltier.

Beides sind aber Kamele – die Familie der Kamele teilt sich nämlich auf. Einmal in die Kamele der „alten Welt“: Dromedar und Trampeltier. Altwelt-Kameliden leben in Nordafrika, im arabischen Raum oder aber in den Wüsten Innerasiens (China u. Mongolei) und gelten als Großkamele. Sicherlich ist dem/der einen oder anderen der Begriff „Wüstenschiff“ geläufig. Lange Zeit wurden die Waren mit einer Karawane aus Kamelen als Lastenträger durch die Wüste transportiert.

Neben den Altweltkameliden lebt in der „neuen Welt“ der andere Teil der Kamelfamilie: Die Neuweltkameliden (NWK). Zu diesen Kleinkamelen gehören vier Arten: das Lama, das Alpaka sowie das Vikunja und das Guanako. Vikunja und Guanako sind Wildtiere. Der Begriff „neue Welt“ wird deshalb verwendet, weil die südamerikanische Heimat der NWK erst im 15. Jahrhundert entdeckt wurde. Als Haustier der dortigen Indios waren sie unentbehrliche Nutztiere: So wie man den Esel bzw. das Pferd bei uns als Lastentier und Kuh und Schwein als Fleischlieferanten einsetzte, so trugen die „Andenkamele“ die Lasten in Peru, Chile oder Bolivien. Lamas sind somit hervorragende Begleit- und Tragtiere, werden aber nicht geritten.

Sie sind dabei sogar in der Lage, in einer Höhe von bis zu 5000 Metern ihr Gepäck mit einem Gewicht von 20 kg über 30 km am Tag zu tragen. Große Tiere züchtete man für den Transport von Lasten und die kleineren mit dichtem Fell wurden zur Wollproduktion genommen. So entstanden über die Jahre die beiden Haustierarten Lama (das größere) und Alpaka (das etwas kleinere). Auch als Fleischlieferanten dienten sie den Indios. Im Inka-Reich galten besonders weiße Lamas als heilige Tiere. Sie wurden stets mit Respekt behandelt.

Infos unter: www.unstrut-lamas.de

Peter Kroll

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