Eine Auswahl historischer Schlagzeilen
Bad Langensalza. Es wird darauf hingewiesen, dass die in den folgenden Artikelausschnitten nach unserem heutigen Wissensstand gemachten orthographischen Fehler getreu vom Original übernommen wurden.
Im Oktober des Jahres 1811
Langensalzer Wochenblatt. Sonnabends den 26ten October 1811.
„Danksagung. Nachdem ich Unterzeichneter, durch die ärztliche Geschicklichkeit des Herrn D. Schmalkalden zu Langensalza, von meinem, nach einer Erkältung bekommenen, Darmbruche und dessen Einklemmung, mittelst der, am 19 September h a. an mir verrichteten Operation und nachherigen medicinisch: chirurgischen Sorgfalt des Herrn D. Schmalkalden und seines Farnuli, mich glücklich gerettet und geheilt finde; so fühle ich mich, aus meiner Gefahr neu auflebend, dankbarlich bewogen, dem Retter meines Lebens, außer meinem thätigen, auch meinen lauten Dank öffentlich zu bezeigen. Weberstädt, den 26. October 1811. George Christoph Stephan, Ritterguths: Hofmeyer.“
Im Oktober des Jahres 1911
Langensalzaer Allgemeiner Anzeiger, Sonntag, 1. Oktober 1911.
„Langensalza, 29. Sept. Die Freimaurerlogen treten nur selten in die Oeffentlichkeit sie sollen, wie der auch als Freimaurer große Kaiser und König Wilhelm I. trefflich gesagt, wohl die Wärme der Bruderliebe fühlen, ohne zu wissen, woher sie strahlt. Im übrigen sind die Logen, besonders in den germanischen Ländern keine geheimen Gesellschaften, ihre Zwecke liegen klar zu Tage, sie wollen Persönlichkeiten erziehen, wahre Religion, Vaterlandsliebe und Nächstenliebe pflegen. Nur die Form, in der dies geschieht, ist geheim, wie es auch bei den Schwurgenossenschaften, Zünften und Baukorporationen der Fall war und auch jetzt noch in jeder guten Gesellschaft geübt wird. Beaufsichtigt werden die Logen durch ihre Großlogen und das Ministerium des Inneren, und nur in ihren Logenräumen dürfen sich die Mitglieder zu ihren Arbeiten ohne Anmeldung bei der Polizei versammeln, die nicht befugt ist diese Räume in amtlicher Eigenschaft zu betreten. Dafür endlich, daß die Logen nichts feindliches gegen Religion und Vaterland unternehmen, sind die Vorsteher in erster Linie verantwortlich, dann die Großlogen, die alle Niederschriften ihrer Tochterlogen zu prüfen und in der Person des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen als Protektors eine Zwischenbehörde zum Kaiser und König haben.
Nur bei besonderen Festlichkeiten lüften die Logen ihren Schleier, so auch bei der am 24. d. Mts. begangenen Feier des fünfzigjährigen Bestens der hiesigen Loge Hermann von Salza, und wahrlich, die Feier war des Tages würdig. Von Berlin war der Nationalgroßmeister, Generalleutnant z. D. Exzellenz Wagner erschienen, von Arnstadt, Eisenach, Erfurt, Gotha, Heiligenstadt, Mühlhausen, Naumburg, Nordhausen und Weimar 70 Mitglieder und von der feiernden Loge 45, die in den Räumen gut Platz fanden, besonders auch bei der Tafel genügende Bewegungsfreiheit hatten. Die Stimmung war von Anfang an ausgezeichnet und steigerte sich stündlich, besonders nach den schönen, kräftigen Ansprachen des Nationalgroßmeisters.
In Geschenken haben die benachbarten Logen 850 Mk. aufgebracht, die als Grundstock für einen Wohltätigkeitsfonds dienen sollen. Auch die städtischen Behörden haben gütigst 150 Mk. gespendet, die demselben Fonds zugeführt wurden, Ferner haben die eigenen Mitglieder rund 1500 M. aufgebracht, wovon notwendige Ausbesserungen an den Gebäuden und Innenräumen, so wie die für das Fest selbst erforderlichen Aufwendungen bestritten werden konnten, ohne daß die Hauptlogenkasse Zuschüsse zu leisten braucht.
Endlich hat auf ein Huldigungstelegramm an Seiner Majestät das Geheime Zivilkabinet folgende Drahtantwort erteil: „Seine Majestät der Kaiser und König lassen für die Versicherung treuer Anhänglichkeit danken.“
Für alle diese Gaben und den zahlreichen Besuch auch von dieser Stelle aus innigsten Dank!-“
Nadine Michel | Stadtarchiv



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