„Sichtungen und Einblicke“ – Ausstellung vom 30.09.2011– 04.12.2011

Zur künstlerischen Rezeption von Reformation und Bauernkrieg im geteilten Deutschland

Ort: Mühlhäuser Museen, Kornmarktkirche
Eröffnung: Freitag, den 30. September 2011, 19:30 Uhr

Die Mühlhäuser Museen und das Bauernkriegsmuseum Böblingen zeigen in einem Kooperationsprojekt mit ART-regio, der Kunstförderung der SV Sparkassenversicherung, eine überregionale Kunstausstellung, die die positionenreiche künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Reformation und Bauernkrieg in der jüngeren Kunstgeschichte in den Mittelpunkt stellt. Mit rund 110 Ölgemälden, Plastiken, Zeichnungen und Grafiken von bedeutenden Künstlern wie HAP Grieshaber, Alfred Hrdlicka, Werner Tübke, Heinz Zander und Horst Sakulowski bietet diese Zusammenstellung erstmals einen vergleichenden Einblick in die künstlerische Auseinandersetzung mit der Reformationsepoche während der deutschen Teilung und darüber hinaus. Die Ausstellung versteht sich als wichtiger Beitrag der Mühlhäuser Museen zur Lutherdekade und wird durch den Freistaat Thüringen, die SV Sparkassenversicherung und den Freundeskreis der Mühlhäuser Museen unterstützt.

HAP Grieshaber: Tod und Bauer, Farbholzschnitt aus dem Zyklus Der Totentanz von Basel, 1966, Bestand Mühlhäuser Museen

Die Ausstellung „Sichtungen und Einblicke“ stellt Werke ost- und westdeutscher Künstler vor, die jene historischen Themen der Reformationsepoche und die Schicksale ihrer Protagonisten bearbeiten. Als Ausgangspunkt dient das Jahr 1970, in dem, im Gefolge der 68er Bewegung in der Bundesrepublik, ein deutlicher Aufschwung zunächst der historisch-wissenschaftlichen, dann aber auch der künstlerischen Rezeption von Reformation und Bauernkrieg stattfand. Parallel dazu begann mit der Ernennung Erich Honeckers zum Staats- und Parteichef und seinem kulturpolitischen Programm der „Weite und Vielfalt“ in der DDR eine rege künstlerische Tätigkeit zu diesen Themen. Dies war eingebettet in eine politische Debatte über die Erweiterung des Erbe- und Traditionsverständnisses, die schließlich auch Martin Luther einen Platz zuwies.

Durch die Gegenüberstellung von Kunstwerken, die jene Themenkreise aufgreifen, provoziert die Ausstellung bewusst eine Konfrontation, die über künstlerische Konzepte, aber auch ideologische Klischees zweier gegenläufiger Kunstsysteme aufklären will und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart verfolgt.
Für die Laufzeit der Ausstellung werden ein museumspädagogisches Programm, zwei Podiumsdiskussionen und eine öffentliche Kunstaktion von Schülern Mühlhäuser Gymnasien vorbereitet. Es erscheint eine umfangreiche Begleitpublikation.

Thomas T. Müller
Mühlhäuser Museen

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